Klaus, Markus, Maria, Petra, Karla, Tjorven, Frieda, Andi, Alena, Lexi, Daniel, (Rolf), Santi
Schutthügel hoch- oben frieren- Schutthügel runter
So wurde die Hochtour zusammengefasst. Es beschreibt auch im Groben- was wir so erlebt haben- wird aber in keiner Weise den atemberaubenden und herausfordernden Erlebnissen dieser Tour gerecht. In Wirklichkeit wars dann doch um einiges abwechslungsreicher und schöner 😉
Also noch etwas ausführlicher und von vorne:
Samstag vor dem Hüttenjubiläum sind die meisten der Tour angereist- einige direkt aus Minden, aber auch aus Nürnberg oder aus den Alpen von vorherigen Touren kommend. Der Sonntag wurde dann gleich von der Truppe zum Klettern genutzt: bei einem Klettergarten (Danielsberg) in der Nähe von Mallnitz. Trotz des teilweise noch feuchten Felsen und einer Seilrettungsaktion, haben wir schöne Routen gefunden- sozusagen zum warm Klettern. Am späten Nachmittag ging es dann zum wunderschönen Hüttenjubiläum- auf dem das 100-jährige ausführlichst gefeiert wurde.
Da am kommenden Tag ab mittags Gewitter angesagt war, wurde der Plan geschmiedet je nach Wettervorhersage in den Morgenstunden den geplanten Aufstieg zur Mindener Hütte möglichst früh zu starten. Um 7 gestartet sind wir also sehr geschwinden Schrittes über den Wittener Weg zur Mindenerhütte hoch geflitzt. Auf dem Weg noch schnell die besonderen kleinen Alpenpflänzchen bewundert! Oben angekommen haben wir kurz die Mindenerhütte bestaunt und nach einer kurzen Verschnaufpause sind wir wieder weiter zur Mittelstation. Nur schnell- damit das Gewitter nicht Kind und Kegel oben auf dem Berg erreicht. Völlig außer Atem- aber gerade noch rechtzeitig an der Station angekommen steht fest: so schnell halten wir zukünftige Wanderungen nicht durch.
Abends nach ausreichend Pause haben wir uns zum Abendessen und Absprachen in Mallnitz getroffen.
Nächster Tag- neues Glück. Da Team Nicht- Zeltplatz schon früher losstarten konnte, sind wir nach der Materialübergabe los: Das Gewicht der Kletterseile wurde natürlich auf alle Schultern verteilt.
Nachdem wir nach einem wunderschönen Aufstieg an dem Arthur-von-Schmidt Haus angekommen sind- mussten wir natürlich gleich den fußläufig in 5 min zu erreichendem Klettergarten ausprobieren. Klein aber fein mit traumhaftem Blick in das Tal runter.
Abends haben wir es uns in der gemütlichen Hütte bei sehr leckerem Essen gut gehen lassen und die kommenden Tage besprochen. Der freundliche Hüttenwirt war mit aktuellen Wetterdaten zur Stelle. Die Gastfreundschaft auf dem Arthur-von-Schmid Haus war wirklich super! Am nächsten Tag wollten wir über einen herausfordernden Klettersteig mit D/E Passagen auf den 3.000 Säuleck hinauf. Der Gipfel war von der Hütte bei klarem Wetter aus zu sehen und ließ die Vorfreude ansteigen. Leider hat sich Rolf wegen Knieproblemen entschieden nicht weiter an der Tour mit zugehen- Schade!
Morgens ging es nach einem stärkenden Frühstück los: Auf dem Weg wurden wir von den hübschen schwarzen Alpensalamandern begrüßt und standen dann vor dem steil hinaufführenden Klettersteig: Respekt vor allem bei den Teilnehmenden, die mit dem Klettersteig die Taufe bestehen wollten. Zum Glück sind wir alles Kletterleuts- also vor der sportlichen Herausforderung gewappnet. Der Klettersteig stellte sich wirklich als anspruchsvoll heraus- mit steilen Kletterpassagen- aber super abgesichert und für alle gut machbar. Nur der lange Weg über den Kamm im Wolken- Nebelmeer war doch etwas aufregend. Bei aufklarendem Wetter konnte kurz unsere Hütte am See bestaunt werden. Wow, und dann hatten wir wirklich unseren 3.000 er bezwungen- Super! Der Abstieg ging dann wieder übers Geröllfeld runter- mit strahlenden Gesichtern und im Nieselregen teils rutschigen Passagen. Und Lexi in der Tragetasche kam uns mit Daniel und Santi entgegen- die Murmeltiere haben uns dann kurz vor der Hütte noch beglückwünscht.
Der nächste Tag fiel überwiegend ins Wasser- Zeit genug für Trockenübungen an der kleinen Boulderwand, kurzen Regenspaziergängen, ausgiebigen gemütlichen Leserunden unter dem Dach mit Blick auf den See- und bei einer Regenpause für eine kurze Kletterrunde am nassen Felsen. Auch das will geübt sein. Nach dem Tag davor quasi eine kleine Zwangspause.
Gepackt werden musste auch noch- denn am darauffolgenden Tag wollten wir mit stark reduziertem Gepäck (ohne schwere Seile, Exen und weiterem überflüssigen Ballast) zur Gießener Hütte. Leider auch mit reduzierter Personenanzahl: Daniel, Alena, Lexi und Andi sind schon abgestiegen.
Die Wettervorhersagen haben uns dann etwas im Stich gelassen- dort oben auf dem Detmolder Grad war es doch erstaunlich rutschig und kalt im Dauerregen. Bei teilweise ungesicherten stark ausgesetzten Passagen im alpinen Klettersteig. In vollster Konzentration, in Regenkleidung eingepackt sind wir also in einer langen Karawane hoch und runter über den Grad gewackelt. Puh, aber auch die Tour haben wir gut gemeistert. Der ursprüngliche Plan noch die Hochalmspitze mitzunehmen, wurde dann ad acta gelegt: nicht bei diesen Wetterbedingungen. Völlig durchnässt und überglücklich sind wir an der Gießener Hütte angekommen- die gerade im Umbau war. Freundlicherweise durften wir statt des geplanten Winterraums doch ein beheiztes Zimmer nutzen. Bei Apfelstrudel und Schokolade aufgewärmt, die triefenden Regensachen im Trockenraum verstaut – konnten wir den Nachmittag/Abend ausklingen lassen.
Der nächste Tag war schon der Letzte der geplanten Tour: Wir sind bei nachlassendem Regen über stark angestiegene Bäche, riesige Steinblöcke, eine Scharte und noch mehr riesige Steinblöcke über den Blockgletscher zurück zum Arthur- von Schmid Haus. Dort angekommen wurde schnell umgepackt- dann runter zum Parkplatz. Der Wanderweg hatte sich in unserer Abwesenheit in ein Flüsschen verwandelt- welches uns zum Abschied nochmal die Wanderschuhe füllte.
Mit Blick auf die Berge in großen Schritten dem Tal entgegen. Bald wieder hoch hinaus!
Danke an Klaus und Markus und alle Teilnehmenden, dass ihr diese Tour zu solch einer besonderen, erlebnisreichen und wunderschönen gemacht habt.
Trotz des fürchterlichen Wetters hatten wir eine ganz tolle Zeit und würden es jederzeit wieder machen.
Autorin: Frieda