In den beiden Tagen vor unserem eigentlichen Tourenstart sind wir dank gemeinsamer Anreise, Kochabenden in der Ferienwohnung, Wanderung zur Jamnigalm und gemeinsamer Feier auf der Stockeralm zu einer Achtergruppe zusammengewachsen. Groß ist die Freude, als klar wird, dass Lu nach seinem Fahrradunfall trotz mittelmäßiger Prognose mitwandern kann. So fahren wir am Montag, 21.07.25 mit der Ankogelbahn zur Mittelstation und wandern zwei Stunden bei trockenem, teils sonnigem Wetter bergauf zum Hannoverhaus (2.565 m). Nach einer Pause spazieren wir zur Hannoverhütte, die frisch renoviert wurde und im August wiedereröffnet werden soll. Auf dem Rückweg überrascht uns ein Regenbogen und buchstäblich eiskalter Wind. Der Abend klingt in geselliger Runde mit Kartenkunde (geographisch) und Kartenspiel (vergnüglich) aus. Am Dienstag starten wir um 8:30 Uhr Richtung Kleiner Ankogel (3.090 m). Der Weg über zwei kleinere Schneefelder und verblocktes steiles Gelände ist abwechslungsreich und anspruchsvoll und um 11 Uhr stehen wir alle wohlbehalten auf dem „Gipfel“. Leider klart es nur kurz auf, dann verschwindet das tolle Panorama wieder in den Wolken. Wir entscheiden daher einvernehmlich, dass wir nicht weiter auf den Großen Ankogel steigen. Nach einer Essenspause machen wir uns konzentriert an den Abstieg. Pünktlich zur Kaffeezeit haben wir den schwarzen Wanderweg bewältigt und genießen den leckeren Apfelstrudel und andere Kuchen, teilweise sogar auf der Sonnenterrasse des Hannoverhauses. Den restlichen Tag verbringen wir mit Ausruhen, guten Gesprächen und Kartenspiel. In der zweiten Nacht oberhalb 2.500 m haben alle besser geschlafen, und am Mittwoch starten wir gegen 9:15 Uhr Richtung Westen zur Mindener Hütte. Der Weg verläuft mehr oder weniger auf einer Höhe am Berg entlang, jedoch in weiten Teilen durch verblocktes Gelände; gar nicht so leicht mit dem ganzen Gepäck, zumal wir Lebensmittel für drei Mahlzeiten auf der Mindener Hütte dabeihaben. Trotzdem ist der Weg schön und immer wieder reißen die Wolken auf und geben den Blick auf die umliegenden Berge frei. Als die Mindener Hütte aus der Ferne am Berg zu sehen ist, ist die Freude groß. Joachim erreicht die Hütte als erster und zusammen mit unserem Hüttenwart Walter, der schon vor Ort ist, werden die nachfolgenden mit „Wenn wir erklimmen“ auf der anlässlich des Festgottesdienstes eingeflogenen Posaune und dem Willkommensschild begrüßt! Ein Traum! Und wie schön, dass der Ofen angeheizt ist und das Kaffeewasser kocht. Nach Verteilung der Betten (im Schnarcher- und Nichtschnarcher-Zimmer) haben wir einen ganz kleinen Arbeitseinsatz zur Vorbereitung der Jubiläumsfeier. Anschließend gibt es noch einen „Schnatgang“ oberhalb der Hütte mit Informationen zur Trinkwasserversorgung, Fauna und Flora. Ein echtes Highlight ist der türkisblaue Bergsee. Passend dazu scheint die Sonne, wenn auch nicht lange. Am Abend kochen Frauke und Monika eine köstliche Soja-Bolognese und den krönenden Abschluss bilden Schokolade und Haselnussschnaps von Walter. Einziger Wermutstropfen: Die schlechte Wetterprognose für das morgige Jubiläumsfest und den Festgottesdienst sowie die Aussicht unsere Wanderung bei Nässe schwierigem Gelände zur Hagener Hütte. Wahrscheinlich wegen der wunderbaren Versorgung haben alle gut geschlafen. Nach dem Frühstück - draußen regnet es mittlerweile - besprechen wir die verschiedenen Optionen für unsere weitere Tour. Die Gruppe entscheidet sich schweren Herzens für den heutigen Abstieg und gegen die Wanderung zur Hagener Hütte. Mit Jörg an der Spitze steigt die Hälfte der Gruppe in der ersten Trockenphase gegen 11 Uhr über den Mindener Jubiläumsweg ins Tal ab. Die vier Musiker bleiben für die Feier auf der Hütte, singen (in dem 4-stimmigen a cappella chor) wie geplant im Festgottesdienst. Anschließend gehen sie ebenfalls über den Jubiläumsweg zurück nach Mallnitz. Zum Glück können wir im Kärtner Hof wieder unsere Ferienwohnung beziehen. Die beiden letzten Tage nutzen wir für Wanderungen im Tal. Am Freitag gehen wir durch die abwechslungsreiche Ragga-Schlucht nach Obervellach. Am Samstag informieren wir uns zuerst im Nationalparkzentrum BIOS über die Besonderheiten der hiesigen geschützten Bergwelt. Später wandern wir durch das Seebachtal und freuen uns sehr, dass die Schwussnerhütte trotz anders lautender Ankündigung geöffnet hat. Abends schlendern wir zum Nationalparkfest in Mallnitz. Bei guter Stimmung und Livemusik treffen wir noch den einen und anderen Mindener, der von seiner Jubiläumswoche in Mallnitz erzählt. Der Tag klingt beim Kartenspielen aus, wir sind im „6-nimmt“-Fieber. Am Sonntag, 27.07.25 endet unsere gemeinsame Zeit mit der Rückfahrt. Wie schon auf dem Hinweg ist die Bahn pünktlich, so dass wir stressfrei und mit schönen Erinnerungen zu Hause ankommen. Ganz herzlichen Dank an unseren Wanderführer Lu, der die Tour perfekt organisiert und uns als Gruppe wunderbar und sicher geleitet hat. Trotz der wetterbedingten Änderungen war die Stimmung immer gut.
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